"Wir haben so viel zurück bekommen"

Beltheimer krempelte sein Leben um und setzt sich nun für Aidswaisen in Kenia ein.

Eigentlich sollte es nur eine Patenschaft für ein Kind in Afrika sein. Doch Hans-Joachim Fuchs aus Beltheim wollte mehr über die Lebensumstände seines Patenkindes wissen und besuchte es in Kenia.
 
Nun steht bald der zweite Besuch an - hoffentlich wieder mit vielen Spenden im Gepäck.

 
BELtHEIM (aw) Nichts mit fremden Kindern zu tun haben: Das dachte sich der Beltheimer Hans-Joachim Fuchs noch vor einigen Jahren. Doch dann kam alles ganz anders: Nach der Scheidung krempelte er sein Leben um und wollte auch anderen helfen. Im Januar 2011 entdeckte er über eine Zeitungsanzeige die Organisation "Orphan`s Hope & Life", spendete und übernahm im Januar 2013 schließlich die Patenschaft für die elfjährige Jane. Sie ist eine Aidswaise und lebt im "Josephine Wambui Orphanage" (Waisenhaus) in Kimweas, einem kleinen Dörfchen am Fuße des Mount Kenia.
 
Doch damit nicht genug: Der Beltheimer war durch den Kontakt mit Jane neugierig auf dessen Heimat geworden. "Ich wollte selbst erleben und wollte selbst sehen, unter welchen Bedingungen die Kinder dort leben", sagte Fuchs. Also machte er sich in den Sommerferien gemeinsam mit seiner 17-jährigen Tochter Céline auf ins Herz von Kenia. Mit im Gepäck hatte er Geschenke für die Kinder und Spenden, die er nicht nur in seinem Heimatort, sondern auch bei Simmerner Unternehmen und seinem Arbeitgeber gesammelt hatte.
 
Fuchs war nie zuvor in Afrika und wusste nicht, was auf ihn zukommt. Die Kinder, anfänglich etwas scheu, eroberten die Herzen im Sturm.
 
In dem Waisenhaus leben derzeit 23 Kinder, betreut von sieben Erwachsenen. Die meisten der Kinder sind Aidswaisen, einige sind auch selbst mit HIV infiziert. Das Heim versorgt sich selbst durch einige Felder und Tiere. "Jeder der dort an die Tür kommt, bekommt etwas zu essen", sagt Fuchs. "Wir dachten, wir bringen etwas zu ihnen, aber wir haben so viel zurück bekommen."
 
Die Kinder sind gut untergebracht, doch fehlt es in dem 2010 errichteten Heim noch an einem weiteren Schlafsaal und moderneren sanitären Anlagen. "In solchen Häusern würde hier keiner leben wollen", sagt Fuchs. Ihm viel es bei der Rückkehr erst einmal schwer, sich wieder einzugewöhnen: "Da wurden die Probleme hier wirklich ganz klein und die ersten acht Tage wäre ich am liebsten wieder zurückgegangen."
 
Aber bald ist es wieder soweit: Fuchs wird Anfang Dezember wieder nach Kenia reisen, doch dieses Mal wird die Reise fast zwei Monate dauern. Dafür hat er unbezahlten Urlaub genommen. Vor Ort wird er den Bau des neuen Schlafraums und der Toiletten organisieren. Dafür sammelt Fuchs bereits jetzt wieder Spenden. "Der Bau wird rund 10.000 Euro kosten", so Fuchs. Das Geld werde die Organisation vorstrecken, doch seien weitere Spenden nötig.

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